Nuglar Gärten

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Knapp eine halbe Stunde mit dem ÖV von Basel entfernt, etwas ausserhalb vom Dorf, befinden sich die Nuglar Gärten. Ein landwirtschaftliches Projekt, wo Konsumenten auch Produzenten sind und gemeinsam gesunde, lokale und fair produzierte Lebensmittel angebaut werden. An einem sonnigen Nachmittag im Juni traf ich Zoé Beutler um mehr über die Nuglar Gärten zu erfahren.

Was ist das Konzept der Nuglar Gärten?
Mit dem Projekt Nuglar Gärten bauen wir eine gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft auf. Da das Ziel ist, dass Konsumenten und Produzenten sich zusammentun und gemeinsam Verantwortung für eine gesunde und nachhaltige Ernährung übernehmen sowie das Risiko und der Ertrag teilen. 
Auf einer Fläche von sieben Hektar in Nuglar bringen wir vielfältige Äcker, Gärten, Obst- und Beerenhaine in einem partizipativen Prozess gemeinsam zum erblühen. 

Was bedeutet gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft?
Das Modell der der gemeinschaftlich getragenen oder auch solidarischen Landwirtschaft (eng.: CSA kurz für Community Supported Agriculture) gibt es seit Jahren. Das Grundprinzip ist, dass der Konsument nicht mehr das einzelne Produkt, sondern im Voraus einen Anteil an die Betriebskosten zahlt. Dafür bekommt er die ganze Ernte, aufteilt auf alle Konsumenten, die bei dem Projekt mitmachen. Bei uns ist speziell, dass wir den ganzen Betrieb gemeinsam aufbauen, gestalten und so mitentscheiden können, was wir anbauen möchten.

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„Unser Fokus gilt neben der Produktion vor Ort, dem Wandel. Das Gemeinschaftliche, das Miteinander ist zentral. Wir wollen eine Inspirationsquelle für andere sein.“  

Was ist eure Philosophie
Unser grosses Anliegen ist in wertschätzender und achtsamer Haltung mit Mensch, Tier und Natur zusammen zu arbeiten. Wir beziehen bei der Bewirtschaftung unserer Flächen möglichst alle Wesen vor Ort mit ein – damit der Anbau unserer Lebensmittel eine Bereicherung von weit grösserem Mass ist.

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Wie seid ihr auf die Idee gekommen das Projekt Nuglar Gärten zu starten?
Das Projekt entstand aus einer Bewegung in der Stadt, zum grossen Teil von Seite der Konsumenten. Teilweise haben wir uns schon als Lebensmittel Kooperative zusammengetan um direkt beim Produzenten einzukaufen, so dass der Produzent oder Landwirt nicht an einen Grosshändler verkaufen muss, respektive wir, die Konsumenten  nicht über den Zwischenhandel einkaufen müssen. 
Daraus ist immer mehr das Bedürfnis entstanden selber Verantwortung zu übernehmen und uns Themen, wie der Bodendegradierung, der Überproduktion oder Verlust der Biodiversität zu stellen. Es gibt so viele Sachen wofür wir kein Verständnis mehr haben: Wie unsere Lebensmittel hergestellt werden und unter welchen Bedingungen, wie sie wachsen sowie, welche Einflüsse dies auf die Natur und die Menschen hat. 

„Ein Landwirt muss so viel produzieren und er ist ausgeliefert an Marktpreise.  Auf der anderen Seite wollen wir Konsumenten gesunde, lokale und fair produzierte Lebensmittel.  Wie ist es also möglich gemeinsam etwas aufzubauen, so dass es für alle machbar ist?“

Zusammen mit interessierten Leuten von Urban Agriculture Basel, den Unigärten und der Lebensmittelgemeinschaft Basel haben wir dann 2014 das Projekt mit dem Modell einer gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft gestartet. 

Wie unterscheidet sich eure Lebensmittel von herkömmlichen Produkten aus dem Grosshandel?
Wir unterscheiden uns dadurch, dass wir sehr viel Handarbeit aufwenden damit der lokale Boden und die Landschaft lebendig bleibt und sogar noch lebendiger wird. Der Anbau erfolgt nach den Erkenntnissen und Richtlinien des biologisch-dynamischen Anbaus und integriert zudem Prinzipien der Permakultur.

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„In unseren Lebensmitteln steckt ganz viel Liebe und Achtsamkeit drin. Man hat einen anderen Bezug zu einem Lebensmittel, welches man selber gepflanzt hat.“

Was bedeutet Permakultur?
Permakultur ist ein Organisations – und Gestaltungskonzept. Es geht darum mit den Ressourcen vor Ort zu arbeiten und möglichst wenig Input vom Mensch dazuzugeben. In der Permakultur versucht man mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur einen grossen Ertrag herauszuholen.  Also ein geschlossener Kreislauf zu übernehmen und diese zu erweitern.
Ein Punkt ist auch die Ästhetik. Man sagt es macht einfach mehr Freude, wenn der Garten schön aussieht, dann ist man gerne dort, und gibt auch mehr Energie
rein.

Wer mehr erfahren oder mitmachen möchte, Lust zum Gärtnern hat oder an einem Gemüseabo interessiert ist:
 www.nuglargaerten.ch 

Helfende Hände sind immer willkommen!

Fotos © Salome Lützelschwab

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